Schulhockey: Zwischen Fußballtor und Hockeykugel: Brander Gymnasiasten stürmen in die Top 12 von Deutschland
geschrieben von Tobias SeifertDas Bernhard-von-Cotta-Gymnasium schlug sich beim Schulsport-Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ achtbar. Doch die insgesamt 24. Teilnahme in Berlin war in diesem Jahr für die Brand-Erbisdorfer etwas ganz Besonderes – und zwar in mehrfacher Hinsicht.
Die Schule löste im Frühjahr mit dem Gewinn der Landesfinals im Fußball (Altersklasse weiblich U18) und im Hockey (Altersklasse männlich U16) gleich zwei der begehrten Tickets für die Deutschen Meisterschaften im Schulsport. Dort kämpften sich beide Teams bei dem dreitägigen Wettbewerb über Vor- und Zwischenrunde bis ins Spiel um Platz 11 und belegten am Ende Rang 12. Damit verbesserten die Gymnasiasten in beiden Altersklassen den in den Vorjahren erreichten 15. Platz.
Das ist umso bemerkenswerter, als auch sportartfremde Schüler in den Teams aufliefen – wie beispielsweise Hockey-Torhüter Conrad Simon. Conrad steht eigentlich als Fußballtorwart im Vereinssport für den SV Grün-Weiß Leubsdorf (in Spielgemeinschaft mit dem TSV Großwaltersdorf/Eppendorf) auf dem Platz. „Die Torhüterausrüstung im Hockey ist auf jeden Fall viel komplexer. Ich musste Brustpanzer, Schienen und Helm tragen. Und in voller Rüstung mit dem Schläger den kleinen Ball zu spielen, ist kompliziert. Das ist beim Fußball schon einfacher. Besonders haben mich die unerwarteten Schüsse herausgefordert – es war schon verrückt, aus welchen Positionen die Stürmer aufs Tor schießen können“, berichtete der 14-Jährige. „Aber es hat auf jeden Fall Spaß im kleineren Hockey-Tor gemacht.“
Auch Talente wie die 15-jährige Marlene Röstel liefen für Brand-Erbisdorf auf. Die Spielerin von Dynamo Dresden erzielte im Fußball-Team alle Tore des Wettbewerbs. „Wir hatten, genau wie die Hockey-Jungs, vor dem Bundesfinale gemeinsame Trainingseinheiten, um alle auf die schwierigen Spiele in Berlin vorzubereiten. Das hat ganz gut geklappt“, freute sich die Stürmerin. „Aber wie auch im Hockey war für uns kein Kraut gegen die Sportschulen gewachsen.“ Das bestätigt Sportlehrerin Katrin Schaller, die zusammen mit Dirk Strauß das Fußball-Team betreute: „Die Sportschulen haben da klare Vorteile und können bei diesen Wettbewerben ihre Fähigkeiten besonders als Team herausstellen.“
Doch neben dem sportlichen Erfolg blickt die Reisegruppe auch auf ein umfangreiches Rahmenprogramm zurück. „Wir versuchen immer, für die Jugendlichen auch neben dem Platz für Abwechslung zu sorgen“, ergänzte Sportlehrerin Grit von Wolfersdorf, die zusammen mit Tobias Seifert das Hockey-Team betreute. „Wir machten natürlich mit Bus und U-Bahn Ausflüge zum Brandenburger Tor und nahmen an einer Führung durch den Deutschen Bundestag samt Besuch der Kuppel teil.“
Daneben sorgten der Besuch von Bundesfinal-Angeboten im Görlitzer Park sowie die große Abschlussveranstaltung in der Berliner Max-Schmeling-Halle für Begeisterung. Vor über 3.000 anwesenden Jugendlichen aus allen Sportarten gab es dort Siegerehrungen durch Olympiasieger und spektakuläre Show-Einlagen.
Langweilig sollte es den Teilnehmern aus Mittelsachsen auch nach dem Veranstaltungsende nicht werden: So stieg Marlene noch während der Rückfahrt in Dresden für ein Heimspiel gegen den SV Fortuna Dresden aus, und die aktiven Hockeyspieler liefen bereits einen Tag später zum letzten Spieltag in der Mitteldeutschen Meisterschaft auf.
Dass die Schule sportlich extrem breit aufgestellt ist, zeigt auch der Blick in die Chronik: In den vergangenen Jahren startete das Brand-Erbisdorfer Gymnasium bereits in den Sportarten Ski, Tischtennis, Basketball, Handball, Hockey, Tennis, Fußball, Badminton und Volleyball.
Fotos: Janine Bartholomäus, Tobias Seifert
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